Ich & der Iohawk Exit Cross 1.x

  • Hallo zusammen,


    ich werde hier nun mal meine bisherigen Erlebnis mit dem Iohawk Exit Cross schildern, den ich mir im Jahr 2019, August denke ich, aus der "Wave 8" zugelegt habe.


    Teil 1 - der gesamte Ablauf inkl. Leidensgeschichte


    Die Freude war groß als der Exit Cross einige Zeit nach Bezahlung von 1200 Rappen ankam. Auf die Freude folgte die Überraschung: Beim Durchprobieren aller Knöpfe und Schalter machte es brrrzzztt-zzssscchh und dort wo die Blinkersteuerung ist rauchte es raus. Die RMA Abteilung hat rasch reagiert und einen neuen EC zugesandt und auch ein Rücksendeblatt durchgeschickt, so dass ich den neuen-alten EC bei einem der Versandstandorte zum Rückversand abgeben kann. Etwas Zeit später kam dann der neue EC an, der dann dieses Problem nicht mehr hatte. Wie viele andere hatte auch ich das Problem mit den Klonk-Geräuschen und Knarzen der Lenkstange. Den Supportvideos von Iohawk folgend habe ich das dann selbst behoben, musste aber auch 2x dran rumfummeln. Nachdem ich damals 1-2 Wochen rumgefahren bin, blieb somit nur noch 1 Problem übrig, das ich den Griff bekommen wollte: Die schleifende Hinterbremse.


    Aber egal wie ich es gedreht und gewendet hatte - die Hinterbremse war immer irgendwie am Schleifen. In der besten Einstellmöglichkeit habe ich es geschafft, dass nur wenig Schleifgeräusche kamen wenn man gerade aus fuhr, jedoch blieb das Schleifen beim Kurvenfahren. Ich denke seit knapp 2 Jahren bin ich bezüglich Kontakt mit Iohawk im Gespräch, wo ich zuletzt ein Video hingesendet habe, das den Scooter aufgepackt im Wohnzimmer zeigt mit dem Gasgriff fixiert durch Malerklebeband damit sich das Hinterrad zumindest für wenige km/h bewegt und wie ich live daran die Hinterbremse einstelle, wie sich das Bremspackl beim Festziehen mit dem Inbus etwas verzieht, aber im optimalen Fall nur ein wenig Schleifen noch verbleibt. Unabhängig davon habe ich im Video auch gezeigt, dass selbst bei dieser optimalen Einstellung die Bremsscheibe nicht sauber durch die 2 Bremsbacken läuft, sondern leicht eiert.


    Dass diese optimale Einstellung nicht so bleiben wird, wusste ich bereits, denn nicht umsonst bin ich in den Wochen davor immer 20 Minuten vorher los zur Arbeit und den Inbus dabei eingepackt, denn sobald Druck und Gewicht auf den Scooter kommt, ist die Idee mit dem feinen Einstellen zuhause den Bach runter. Von daher immer wieder absteigen beim Fahren und nachjustieren. Habe ich Iohawk in der Mail mit dem Video dementsprechend auch mitgeteilt, dass wir am nächsten Morgen erfahren werden ob diese Bremseinstellung auch beim Fahren so klappen wird. Und so war es auch. Keine 2m Meter gefangen -> zingzingzingzingzing, ffrrrccchhhhrrr, zingzingzingzingzing. Also abgestiegen und so gut wie möglich wieder alles eingestellt. Tatsächlich lasse ich die meiste Zeit die Hinterbremse etwas lockerer montiert, also dass sie sich ein wenig bewegen kann, denn anders bekomm ich das Schleifen nicht weg - zumindest für 70% einer Fahrt, je nachdem wie kurvenreich die Strecke ist.


    Lösung dafür gab es seitens Iohawk nach wie vor keine. Mittlerweile ist auch eine der 2 Halterungen vom Rückblech gebrochen, so wie es schon viele andere EC Besitzer vor mir hatten - bei mir dauerte es nur 1 Jahr länger. Kein Wunder, denn die meisten der Community hatten schon nach wenigen Monaten über 500km mit dem EC zurückgelegt während ich nach über 2 Jahren 350km auf dem Tacho habe. Auch kein Wunder - denn macht ja auch keinen Spass so zu fahren.


    Und weil das ganze noch immer kein Ende finden soll, kamen vor etwas Zeit quietschende Reifen hinzu. Ging zuerst davon aus, dass es wegen den Temperaturen beim länger rumstehen ist. Nach etwas Überlegen stellte ich fest, dass das Humbug ist, denn immerhin steht der EC immer drinnen wo es Zimmertemperatur hat. Von Reifen wurden hart kann keine Rede sein. Also habe ich dann die Reifenpumpe ausgepackt, da mir der Verdacht kam, dass in den Reifen zu wenig Druck drin ist. Nein, 3,7-3,9 bar wie es sein soll. Und dann hatte ich eine Idee - einfach mal den Reifen von aussen drücken. Hinten alles normal, so wie sich ein Reifen eben anfühlen soll. Vorne lässt sich der Reifen schön eindrücken und braucht nicht mal viel Kraft dafür. Ich war in dem Moment so richtig überrascht, hatte ich doch grade eben den Reifendruck mit ordentlich Volumen rausgemessen, also nochmal die Pumpe ran und das Ventil zur Sicherheit ein bisschen weiter rausgezogen. Ergebnis: 3,7-3,9 bar und es geht auch nicht mehr rein. Also nochmal den Reifen gedrückt - lässt sich super eindrücken. Da ab diesem Zeitraum ungefähr der Kilometerzähler den ungefähr 1,5-fachen Wert der tatsächlich gefahrenen Strecke errechnete, ging ich davon aus, dass das mit dem Vorderreifen zu tun hat.


    Habe Iohawk natürlich auch hierzu wieder wie auch zuvor viele Mails geschrieben, aber noch keine Rückmeldung erhalten. Das war Ende Juli 2021. Während der vielen Mails wegen der schleifenden Bremse habe ich darum gebeten ob wir hier nicht einen Austausch vornehmen könnten, allerdings wurde mir mitgeteilt, dass es aufgrund der hohen Versandkosten nicht möglich sei hier einen Austausch vorzunehmen. Ob ich meinen EC nicht privat verkaufen könnte und ob nicht der Iohawk Legend besser zu mir passen würde.


    Nachdem ich seit Juli von Iohawk weder per Mail, noch per Telefon ein Lebenszeichen erhielt, habe ich meinem Unmut in der internen Facebookgruppe Lauf gelassen und unerwartet hat sich da einer der anderen Kunden der Sache angenommen mich zu unterstützen. Also habe ich letzte Woche das gesamte Vorderrad ausgebaut und zwar mit einer ziemlichen Wurschtigkeit. Man kann eh schon nicht mehr fahren und hat beim Fahren auch keinen Spass - wie soll es noch schlimmer kommen. So stellte sich heraus, dass der Schlauch im Vorderrad einen kleinen Haarriss hat, der nicht mal ganz durch ist, aber eben die Luft nicht mehr hält. Mit der Unterstützung des Menschen auf FB konnte ich dann auch richtige Ersatzschläuche (10x2,125) bestellen, die dann auch recht flott geliefert wurden. Somit habe ich die neuen Schläuche erst mal auf Funktion getestet und dann in den Reifen eingeschoben, den Reifen zusammengeschraubt, das ganze wieder in die Gabel rein usw usw usw. Nun ja ... welch Überraschung: Die Vorderbremse hatte dann keinen Bock mehr sich schleiffrei montieren zu lassen und das nach knapp 1 Stunde rumfummeln wie bescheuert. Nachdem in den Supportvideos oft davon gesprochen wird die Schrauben nicht wie verrückt anzuknallen, sondern handfest zu ziehen, habe ich das während dem Rückbau des Vorderreifens auch gemacht. Das Resultat: Bei der ersten Testfahrt (mit ausreichend Schleifsounds der Vorderbremse) flogen mir einige Schrauben von vorne fast um die Ohren.


    Dementsprechend - schon wieder - mega sauer hatte ich sowas von keinen Bock mehr und von daher alle Schrauben vorne sowas von festgeknallt, dass man wohl einen Henker benötigt um sie wieder aufzubekommen. Als ich nach weitaus mehr als weiteren 60 Minuten dann die Vorderbremse in Hoffnung ohne Schleifen montiert bekam, habe ich auch dort die Schrauben bombenfest angeknallt. Von diesen billigen Schrauben hat eine dem Inbusbit ziemlich nachgegeben und weiss nicht ob man die noch aufbekommt. Aber zumindest kein Schleifen mehr und die anderen Schrauben halten nun auch - so zeigte es sich bei den nächsten 2 Testfahrten. Und da ich noch immer in dem Wurscht-Modus drin war, habe ich auch gleich an der Hinterbremse rumgefummelt. Diese ist zwar noch immer etwas lose montiert, aber in einer Einstellung wo sie nun kaum bis selten irgendwelche Töne von sich gibt. Zu meiner Überraschung blieb jedoch weiterhin der Kilometerzähler, der die 1,5-fache Länge ermittelt. Zum Beispiel waren es vor Juni/Juli 2021 bei 1,3km Fahrtstrecke berechnete 1,7km laut Scooter.


    Iohawk hat sich heute bei mir zurückgemeldet. Darüber habe ich mich gefreut, denn ich habe das Problem mit dem Vorderrad dank eines Helferleins selbst gelöst, wozu mir Iohawk nur den Nachkauf des Rades empfehlen konnte. Und wegen der Hinterbremse könnten sie mir eine neue Bremse zusenden. Dieses Angebot habe ich abgelehnt, da das Problem nicht an der Bremse oder dem Bremsklotz liegt, sondern an der nicht rund laufenden Scheibenbremse. Eiert gut ersichtlich ein wenig hin und her. Das habe ich auch vorne bei meinen genauen Prüfungen der letzten Tage festgestellt, ist allerdings kaum ausgeprägt und muss schon lange beobachtet werden. Darüber hinaus habe ich von Iohawk noch die Information erhalten, dass mir die noch fehlenden Blinker nun zugesendet werden.



    Teil 2 - Was meine ich allgemein & im Detail?


    Funktioniert der Exit Cross einwandfrei, macht das Fahren damit auf jeden Fall Spass. Man kann über Bordsteinkanten oder andere kleine "Rampen" dieser Art zischen. Aber auch nur ein wenig, denn bei den früheren und jetzigen Einsteigermodellen gibt es nur eine Gabel für das Vorderrad und etwas in der Vorderradstange, das sich technisch gesehen "Federung" nennt, aber kaum diese vorgesehene Funktionalität bietet. Die Federung des Hinterrades empfinde ich als "in Ordnung", denn es ist Einstellungssache bei eben dieser Federung. Da diese jedoch nicht viel Federungsspielraum zulässt, wird es auch hier bald an die Grenzen gehen, denn bei zu leicht eingestellter Federung klappert es hinten dann. Alles in allem wie gesagt in Ordnung, hätte mir aber mehr Elastizität diesbezüglich gewünscht. Auch wenn die Trittfläche des Scooters höher ist als bei anderen Scootern, lassen sich damit wirklich gute Kurvenfahrten hinlegen und auch engere Manöver durchführen. Man sollte zumindest das Zusammenspiel und Verhältnis von Körpergewicht und Lenkung verstanden haben und auch beherrschen, damit das klappt.


    (unten geht es weiter)

  • (hier geht es weiter:)


    Bisher bin ich auf Asphalt, nassem Asphalt, laubbedecktem Asphalt, Wiese und Kies/Schotter gefahren. Solange die Fahrbahn trocken ist, hat man auf jeden Fall ordentlich Grip. Vorsicht finde ich ist bei laubbedeckter und nasser Fahrbahn dennoch geboten, auch wenn der EC das wirklich sauber hinbekommt hier kaum Halt zu verlieren. Spürbar ohnehin nur bei Kurven, da beim Geradeausfahren immer ausreichend Bodenhaftung vorhanden war, egal ob am aktiven Fahren oder gerade frisch Wegbeschleunigen. Wilde Offroadmanöver habe ich auf Kies bzw. Schotter (noch) nicht hingelegt und waren daher eher normale Fahrten (geradeaus und einfache Kurven). Soweit also keine Probleme mit diesem Untergrund. Auch auf Wiese fand ich super Bodenhaftung vor. Bei höherem Gras kommt die erhöhte Trittfläche gut zu tragen, denn das Gras wird nur gestreift und hält einen bei Fahrten nicht auf. Soll es offroad sicher zur Sache gehen, sind normal oder kurz getrimmte Wiesen und vielleicht auch noch trocken super Untergründe. Ist die Wiese mal nass oder nach Regenschauer noch feucht, empfehle ich Vorsicht, denn auch wenn man sich nicht sonderlich verletzen kann, knallt es einen dann doch gerne gleich mal irgendwohin ... ist mir auch schon paar mal passiert ^^ Also immer sanft mit dem Gasgriff umgehen.


    Ja ... der Gasgriff. Ursprünglich fand ich das gut, denn so ist es bei Mopeds und flotteren Geräten doch auch. Tatsächlich ist ein Gasgriff ein absoluter Blödsinn wenn es um den Sicherheitsaspekt geht. Fährt man mal zu schnell und muss flott vom Gas oder man versucht die Stabilität wieder zu erlangen weil man für einen kurzen Moment nicht mit der einen Hand am Lenker war, hat man hoffentlich bereits mentales Training und auch Situationswissen vorab mitgebracht und weiss, dass man sich bewusst mit dem Körpergewicht vorne halten sollte wenn man die Bremsen ordnungsgemäß und nicht mit voller Wucht betätigen möchte. Denn reflexartig verlagert man üblicherweise das Körpergewicht nach hinten - während man sich vorne an den Lenkern anhält ... und somit auch den Gasgriff ganz durchdrückt ... was somit wieder den Scooter beschleunigt. Ich spreche mich auf jeden Fall gegen einen Gasgriff aus und werde für meine nächste Anschaffung einen E-Scooter mit Gasknopf wählen.


    Am Lenker fest angebracht ist ein Display, das sich bei schöner Tageshelligkeit nicht mehr ohne Schatten ablesen lässt. Zumindest bei den Exit Cross 1.x Modellen, also heute alle EC Modelle, die der Einsteigerlinie entsprechen oder noch von den Serien vor Version 1.6 stammen. Sonst ist alles drauf, das mir wichtig ist: Geschwindigkeit, Akkuladestand in Volt, gefahrene Kilometer der aktuellen Fahrt (ab Einschalten bis Ausschalten) und gefahrene Gesamtkilometer. Ein Schloss mit Schlüssel oder andere Möglichkeiten den EC einzuschalten ohne nur das "Ein/Aus" Knöpfchen drücken zu müssen, gibt es nicht. Auch keine Alarmanlage. Das gibt es erst ab den höheren Modellen, die es damals noch nicht gab. Es gibt auf der Lenkstange einen Hup-Knopf, der ist allerdings ohne Funktion und deswegen bekommt man eine Fahrradklingel mitgeliefert, die auf die Lenkstangenposition der Wahl darf.


    Für vorne und hinten gibt es jeweils ein Licht. Vorne ein schönes weisses Licht, das immerhin soviel Licht spendet wie es sein soll, könnte aber ohne Zweifel stärker/ausleuchtender sein. Positiv ist, dass das Licht vorne vom Akku mitgespeist wird und nicht wie das rote Rücklicht mit separaten Batterien (2xAA). aber dafür leuchtkräftig genug. Für das Betätigen der Bremsen gibt es keine zusätzliche visuelle Bestätigung auf den Lampen. Gut gelöst ab Wave 8 der Exit Cross Scooter ist die saubere Kabelführung. Dort, wo sich Kabel trennen müssen, verlassen sie ihren Kabelschlauch, sind aber soweit wo es möglich ist schön gemeinsam im Kabelschlauch zusammengebündelt. Auch sind seit Wave 8 die scharfen Kanten der Öffnungen, in die Kabel münden bzw. aus denen sie herauskommen, nicht mehr vorhanden.


    Zusammengeklappt habe ich den Scooter bisher nur 2x. Das erste Mal gleich nach dem Auspacken wo ich alles ausprobiert habe und das zweite Mal erst vor kurzem als ich den Scooter platzsparender abstellen wollte bis der Ersatzschlauch für den Vorderreifen kommt. War bisher einfach nicht nötig, da ich auf meinen Fahrtstrecken selten auf Stufen oder Treppen stoße, und somit nur ein paar Stufen tragen muss - das Zusammenklappen wäre da nur umständlicher und zeitverschlingender - oder der EC kommt in den Lift und gut ist. Die 22kg will man ja auch erst mal gestemmt bekommen ;) Hinten gibt es dann noch den Kotflügel, der wie erwartet vor Schmutz usw schützt, aber eine stabile Konstruktion ist etwas anderes. Selbst wenn man die Grundkenntnisse von "Materialbelastbarkeiten" versteht, stellt man bei persönlicher Betrachtung und einigen Ausritten recht einfach fest, dass die maximale Belastbarkeit bis zum Materialbruch nur eine Frage von kürzerer Zeit ist. Da mache ich mir aber keine Sorgen, denn im schlimmsten Fall ist sowas mit einem 2-Komponenten-Metallkleber, der auch für Zylinderköpfe zulässig ist, fix gefixt. Grundlegend meine ich aber, dass hier wie auch bei Vorder- und Hinterrad massiv an Qualität eingespart wurde, was sich dann wohl erst gegen oder nach Ende der Garantiezeit äussert.


    Sonst darf man aber nicht meckern was die Materialverarbeitung angeht. Robuster Korpus, robuste (höhenverstellbare) Lenkstange und saubere Schweißarbeiten wenn es um die grösseren Schweißnähte geht. Sonst weiss ich nicht ob es lustig oder lächerlich ist, dass man ca. 4 verschiedene grössen von Inbusschlüsseln benötigt wenn man mal was reparieren muss. Ich glaube es sind wirklich 4 verschiedene Grössen, die ich da durchgetauscht habe, als ich das Vorderrad aus- und einbaute. Auch ziemlich unspektakulär ist die Tatsache, dass Iohawk Europe kein Interesse daran besitzt den österreichischen Markt laut österreichischer StVO zu bedienen. Das wurde mir schriftlich seitens Iohawk so betätigt. Von den Reflektoren, Lichtern und dergleichen liefert der Exit Cross alles für den österreichischen Markt, das benötigt wird. Aber 25km/h wären zumindest schön, immerhin habe ich Anfang 2020 denke ich gesehen, dass Controller (oder was auch immer dafür zuständig ist) im Shop für 20km/h, 25km/h und 30km/h verkauft wurden.


    Die normale Einstellung des Exit Cross sieht also vor, dass dieser mit maximal 20km/h gefahren werden kann, allerdings hat das auch so ein richtig nerviges Verhalten: Drosseln durch die Elektronik. Dadurch ergab sich eine ständig regelnde Geschwindigkeit, die mehr als nur gut zu spüren war. Waren die 20km/h erreicht, waren es kurz daraufhin nur noch 18 oder 19. Daraufhin hat der EC dann wieder nach oben geregelt und so war es - übertrieben ausgedrückt - eine Ruckelfahrt. Wie gesagt: gut spürbar, dass geregelt wird. Und so kam es eines Tages, das ich auf dem Weg von A nach B angehalten habe, da mir ein Bekannter über den Weg lief. Instinktiv hielt ich die ganze Zeit eine der Bremsen gedrückt, da wir auf leichtem Hang waren. Genug, dass der nicht leichte Scooter von alleine die Fahrt aufnehmen würde. Was ich sonst noch genau wann wie gedrückt gehalten habe weiss ich im Detail nicht mehr, nur soviel dass es mit Bremse, Gas und Einschalten zu tun haben müsste. Denn als ich nach dem kurzen Gespräch weitergefahren bin, ging der EC plötzlich ab wie Lutzi. Ohne Anlaufen und draufspringen direkt weggefahren, eine Beschleunigung, die sich sehen lassen kann und eine Topspeed von knappen 30km/h. Seither auch ohne dieses Ruckeln beim Regeln der Geschwindigkeit. Als mir das klar wurde, musste ich erst mal absteigen und mich fragen was los war. Auf bisschen Recherchieren konnte mir einer der elektronisch begabten in der internen Facebookgruppe bestätigen, dass es eine solche Möglichkeit gibt den Exit Cross zu "entsperren" und zwar in einer gewissen Abfolge in Kombination mit meinen Vermutungen. Diese Möglichkeit wurde meines Wissens nach bei allen Folgemodellen dann "rausgepatcht". Alles in allem kann ich sagen, dass die 30km/h bei vollgeladenem Akku ohnehin nur maximal 30 Minuten anhalten und man sich eher im Bereich 25-27km/h bewegt bevor die Ladeleistung beginnt nachzulassen.


    Lässt sich rausmessen wieviel Neigung eine gewisste Steigung besitzt? Zum Beispiel mit dem Smartphone? Dann könnte ich an einer bestimmten Stelle messen wieviel Neigung es dort gibt, denn wenn du dort als Scooter durchkommst ohne massiv langsam zu werden, kann man Kletterbiest zu seinem E-Scooter sagen. Ist der Akku ein wenig schwach auf der Brust, schafft der EC es dennoch da mit 18km/h hochzuklettern. Im gut geladenen Zustand geht er maximal auf 22-23km/h an der steilsten Stelle runter. Das gefällt mir wirklich sehr sehr gut!



    Werde den EC somit entweder tot reiten bis gar nichts mehr geht bzw. die Investitionskosten den Nutzen sprengen oder vielleicht verhökern wenn mir das Ding noch mehr auf die Nerven geht. Finde ich vorher einen E-Scooter, der meine Bedürfnisse abdeckt, steht der EC dann gerne für zB Bastelkundige zum Verkauf.

    Grundlegend ein nettes Gerät, aber qualitativ, von der Supportleistung und den nach wie vor fehlenden Partnern (zB für Reparaturen) keine 1000 EUR wert.


    Alles in allem bin ich soweit froh, dass der EC zum Grossteil nach den "Reparaturen" wieder tut was er soll und ich mir nicht mehr hinterherrufen lassen muss "Stell ma dei Scheibenbremse gscheit ein!" oder ähnliches.


    Das war meine Meinung und meine Erlebnisse mit dem Exit Cross von Iohawk.


    Liebe Grüsse, ItsChris



    PS: Noch was lustiges am Lieferschein der Blinker, das ich nachträglich entdeckt habe :D

  • Hey Chris,


    was für ein Beitrag! Vielen Dank..


    den Exit Cross hatte ich noch nicht wirklich in der Hand, daher ist dein Beitrag für mich sehr spannend gewesen. Ob es dich tröstet weiß ich nicht,

    das Thema mit schleifenden Bremsen besteht auch bei sehr vielen anderen Scootern. Gerade die günstigen 1 Kolben Standard Bremsen sind einfach sehr Wartungsintensiv.

    Natürlich spielt die richtige Einstellung auch eine große Rolle, aber da solltest du ja jetzt Profi sein :)


    Sollte die Bremsscheibe nur einen leichten Schlag haben lässt diese sich recht gut ausrichten, hierfür gibt es natürlich spezialwerkzeug funktioniert mit ein wenig Feingefühl auch ohne.

    Vor der Einstellung sollten die Beläge geprüft werden ob diese nur Teilweiße eingelaufen sind oder Schräg.


    Fürs Handy gibt´s natürlich eine App mit der du die Steigung Messen kannst, eine digitale Wasserwaage mit ° Anzeige.


    Hast du auch schonmal versucht vorne einen geringeren Druck zu Fahren ? Ich habe 86kg - gehe vorne bei dieser Reifengröße bis MAX 3 Bar.


    Schönen Abend

    Grüße Rene

  • "Wartungsintensiv". Wie nett und diplomatisch du das ausdrückst :D Wenn es beim Fahrrad seit x Jahrzehnten keine derartigen Probleme gibt, darf man sich das bei E-Scootern gleichermaßen erwarten. Alles andere wäre eine Farce und tatsächlich Verschweigen bewusster Mängel. Kann schon sein, dass es bei günstigeren Modellen der Fall ist, dass man öfter mal ran muss aber alles über 600 EUR entspricht nicht mehr der Reihe "Günstige E-Scooter", speziell nicht über 1000 EUR.


    Mit geringerem Druck fahren? Aus welchem Grund heraus würde man das machen wollen/sollen? Und warum nur vorne?


    Kannst du mir eine solche App empfehlen? Habe in einem Video von dir glaube letztens irgendwas kurz gesehen, dass du sowas wohl auch nutzt.

  • Hey ItsChris,


    das ,,teuerste´´ bei den Elektrofahrzeugen ist natürlich immer der Akku. So kann es gut sein das bei einem E-Scooter ca. 50% vom Kaufpreis fast auf den Akku fallen und die restlichen 50% auf den gesamten Roller.

    Aber du hast Recht !! Insgesamt sind bei den Dingern einfach die Bremsen zu schlecht vor allem geht es hier um Sicherheit..


    Durch den Klappmechanismus und Aufbau der Roller ist meist 70% der Belastung auf dem Hinterrad, gerade wenn das Fahrwerk vorne ( Federleistung ) nicht der Hit ist kannst du hier einiges mit dem Luftdruck gewinnen.

    Natürlich verbessert sich hierdurch auch nochmals der Grip gerade bei Laub oder nässe, die Vorzüge kommen richtig zur Geltung wenn du dann mal ne Runde über Pflasterstein fährst und nicht mehr komplett durchgerüttelt wirst.


    Natürlich macht es die goldene Mitte, ich würde es also einfach mal versuchen und ein wenig mit dem Druck rumspielen...

    Da die Reifen recht klein sind und daher ein geringes Volumen haben an Luft Füllung schadet es nicht hier alle 2-4 Wochen mal zu kontrollieren.


    Ich habe inzwischen diese App für Android: https://play.google.com/store/…clinometer&hl=de_AT&gl=US


    Hast noch ein schickes Bild von deinem Flitzer für deinen tollen Beitrag ?


    Grüßle Rene

  • Also ich habe jetzt echt die Schnauze voll.


    Die Blinker hätten den Bestellern damals, als sie noch nicht verfügbar waren, nachgeliefert werden sollen. Dazu hatte ich in meiner letzten Anfrage an Iohawk darum gebeten ob man mir diese noch nachliefern möchte.

    Das schien als eines der wenigsten Dinge wohl keine Herausforderung für Iohawk darzustellen und ging somit überraschenderweise sehr flott.

    Das Problem dabei: Die Blinker funktionieren nur rechts. Links bleiben beide Blinker dunkel.


    Nur Ärger mit dem Scooter, nur unnötig Ärger, den der Hersteller von Anfang an verabsäumt zu lösen bevor das Produkt an den Endkunden übergeben wird.

    So wie ich Iohawk bisher kenne, wette ich was die gehen wieder auf Tauchstation und wollen sich den Versuchen zur Lösungsbehebung davonschleichen ... oder den Aufwand dem Kunden aufhalsen.

  • welche Blinker hast du denn Montiert ? Sind diese Drahtlos und müssen eventuell gekoppelt werden.

    Das sind die Blinker, die mit dem Exit Cross dazukommen: https://iohawk-europe.com/onlineshop/blinker-set

    Nachdem die Metalldeckel an den Lenkerenden abgeschaubt wurden, werden die Blinker mit einem Stecker für 2 Drähte verbunden und danach an den Enden draufgeschraubt.


    Bin sowas von sauer momentan.

  • Sehr spannend: Heute habe ich eine E-Mail von Iohawk bekommen und den Vorschlag erhalten dass der Exit Cross von Iohawk repariert werden möchte. Wie das alles im Detail aussieht, werde ich noch erfahren und werde hier Updates geben sobald ich welche habe.

  • Heute war es soweit. Nachdem ich gestern mit dem EC nochmal zum Büro gedüst bin, um den Retourschein auszudrucken, habe ich heute alles am EC gesäubert, die nicht relevanten Teile wie selbst zugekauften Seitenspiegel usw abmontiert und dann in Originalverpackung mit Originalüberkarton wieder "re-verpackt". Danach alle Aufkleber von der ursprünglichen Lieferung mit Marker durchgekreuzt und meinen Retourschein aufgeklebt. Für gewisse Dinge wie Waschmaschine habe ich mir im Baumarkt so ein Brett mit Rollen für bis zu x-100kg schon vor Jahren gekauft und das dann einfach vor die Haustüre gestellt, den EC hochkannt drauf damit er super zu lenken ist und schräg gegenüber von mir im Pickupshop abgegeben.


    Ich freue mich nun so richtig auf die Reise vom Exit Cross und die Reparatur. Ich hoffe er kommt noch in diesem Jahr zu mir in bestem Gesundheitszustand zurück :)


    Weitere Updates folgen sobald ich wieder Neues zu berichten habe

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